Ein schleichender Prozess

Auf den ersten Blick ist alles in Ordnung. Auch die Betroffenen selbst meinen, dass alles passt. Aber beim genauen Hinschauen lässt sich die Krise bereits erkennen – auch wenn es sich die Partner selbst vielleicht noch gar nicht eingestehen wollen. Es gibt einige Anzeichen, die unbedingt ernst zu nehmen sind – bevor man irgendwann einmal vor einem Scherbenhaufen steht. Zu den Anzeichen zählen:

Nachlassender Respekt

Das ist oft zu hören. Ein Partner redet in Anwesenheit anderer herablassend über seinen/seine Partner/in oder er macht sich lustig über ihn/sie. Schwächen werden offen angesprochen und der oder die Betroffene muss es hinnehmen. Mit der Zeit gewöhnt man sich daran, aber im Inneren wird entsteht ein Krisenherd, der aufbrechen kann.

Vernachlässigung

Sport, die Arbeit, Freunde und Hobbys werden wichtiger als die Zeit zu Hause. Aber auch dort kann es sein, dass die Arbeit am Computer, in der Hobbywerkstätte oder im Garten eine versteckte Flucht vor der Beziehung ist.

Emotionale Erpressung

Liebe und Zuneigung gibt es nicht mehr ohne Preis. Es werden Abhängigkeiten geschaffen. „Du wirst es schon sehen, was du davon hast, wenn …“ ist ein Beispiel dafür. Die Beziehung erhält eine Einseitigkeit und ein Partner wird vom anderen abhängig. Oft werden Schuldgefühle aufgebaut, indem es z.B. Vorwürfe gibt, dass man egoistisch sei. Vorwürfe im Hinblick auf die Finanzen sind gleichfalls Indizien, die sehr ernst zu nehmen sind.

Schweigen oder wenig Kommunikation

Wenn der Fernseher, die Zeitung oder der Computer wichtiger sind als die Kommunikation mit dem Partner oder der Partnerin, dann ist es an der Zeit, zu handeln.

Negative Kommunikation

Abwertungen gehören zum Alltag. Auch Schimpfwörter sind schon längst kein Tabu mehr. Oft erfolgen Abwertungen über Gesten und körpersprachliche Signale – die positive Basis scheint schon längst vorbei zu sein. Mittels derartiger Kommunikation kann keine Zukunft aufgebaut werden.

Negative Gefühle

Aggressives Verhalten, permanentes Herumnörgeln oder Missachtung erzeugen negative Gefühle. Aber auch der Versuch, die Eigenständigkeit des anderen zu untergraben, erzeugt negative Affekte. Wenn sich der eine auf den anderen nicht mehr freut, dann haben die negativen Gefühle die Oberhand gewonnen und es ist höchste Zeit für Veränderungen in der Beziehung.

Fehlende Achtung

Gegenseitige Achtung ist ein tragendes Fundament jeder Beziehung. Wenn diese nicht mehr gegeben ist, wenn nach außen hin die Wertigkeit herabgewürdigt wird, wenn nach innen Frust und Aggression die Beziehung stört, dann gibt es einen Handlungsbedarf.

Keine gemeinsamen Aktivitäten

Es gibt keine gemeinsamen Aktivitäten mehr. Das gemeinsame Leben ist auf Alltäglichem aufgebaut. Oft sind es rationale Gemeinsamkeiten, die noch für den Kitt in der Beziehung sorgen – die gemeinsamen Kinder zum Beispiel. Aber was, wenn diese plötzlich außer Haus sind und ihre eigenen Wege gehen?

Die Flucht in andere Interessen

Wenn plötzlich neue Interessen auftauchen, bei denen die Partnerin oder der Partner keinen Platz mehr findet, oder wenn diese Interessen immer mehr Zeit in Anspruch nehmen und eine Vernachlässigung des Partners/der Partnerin eintritt, dann ist es an der Zeit, die Beziehung zu hinterfragen und Lösungsstrategien einzuleiten.

Keine gemeinsamen Ziele

Wohnung oder Haus bzw. die Kinder sind die Basis für gemeinsame Ziele und gemeinsame Interessen. Wenn hier nicht auf anderen Ebenen für „Nachschub“ gesorgt wird, kann es schnell passieren, dass man sich auseinanderlebt.

Nachlassendes sexuelles Interesse

Wenn Sex zu einem Pflichtprogramm wird oder die Erotik fehlt, wenn der oder die Partnerin fremd geht, wenn Zärtlichkeit und körperliche Nähe vermieden wird oder wenn man sich nicht mehr riechen kann, dann wurde etwas Wichtiges verloren, das man dringendst wiederfinden sollte.

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